Ludwig v. Beethoven: Klaviersonate Nr. 13 Op. 27 Nr. 1

Beethoven: Klaviersonate Nr. 13 in Es-Dur, Op. 27 Nr. 1 „Quasi una fantasia” entstand 1800/01 und zählt zu den wegweisenden Werken der Übergangsphase zwischen Klassik und Romantik. Mit dem Untertitel Quasi una fantasia kündigt Beethoven eine Freilegung traditioneller Sonatenformen an – eine Einheit von Bewegungen und eine gesteigerte Expressivität.

Werkdaten & Überblick

  • Komponist: Ludwig van Beethoven (1770–1827)
  • Titel: Klaviersonate Nr. 13 in Es-Dur, Op. 27 Nr. 1 „Quasi una fantasia”
  • Entstehung: 1800-1801 (Wien) :contentReference[oaicite:2]{index=2}
  • Publikation: Erstdruck 1802, Wien: Giovanni Cappi :contentReference[oaicite:3]{index=3}
  • Widmung: Fürstin Josephine von Liechtenstein :contentReference[oaicite:4]{index=4}
  • Tonart: Es-Dur
  • Sätze: I. Andante – Allegro – Tempo I · II. Allegro molto e vivace · III. Adagio con espressione · IV. Allegro vivace (attacca) :contentReference[oaicite:5]{index=5}
  • Dauer: ca. 15 Minuten :contentReference[oaicite:6]{index=6}
  • Besonderheit: Bewegungsübergänge ohne Unterbrechung („attacca“), Struktur nahe an Fantasieform – erweitert die Sonatenform in Richtung Romantik. :contentReference[oaicite:7]{index=7}

Analyse & Form

I. Andante – Allegro – Tempo I

Der Anfang (Andante) wirkt meditativer Charakter, bevor sich in das Allegro überleitet – eine ungewöhnliche Satzanordnung. Die Form kann als erweiterter Rondo oder Fantasie verstanden werden: A–B–A′–C–A″. :contentReference[oaicite:8]{index=8} Die Überleitung in den zweiten Satz erfolgt ohne Pause („attacca“), was die Einheit des Ganzen stärkt. :contentReference[oaicite:9]{index=9}

II. Allegro molto e vivace

Ein scherzohaftes Element in c-Moll, pulsierend und energiegeladen. Die Trio-Sektion hellt auf in As-Dur. Die Struktur bleibt scherzo-typisch, jedoch mit beethovenscher Intensität. :contentReference[oaicite:10]{index=10}

III. Adagio con espressione

In As-Dur: ruhiger, fast introspektiver Satz. Funktioniert gleichzeitig als eigenständiger Satz und als Vorbereitung auf das Finale. Übergang zum IV. ohne Unterbrechung. :contentReference[oaicite:11]{index=11}

IV. Allegro vivace

Finale in Es-Dur, Form Sonate-Rondo (z. B. ABACABA) mit Rückbezug auf das Thema des III. Satzes – ein typisches Mittel Beethovens, Themen neu einzubringen. :contentReference[oaicite:12]{index=12}

Aufführungspraxis

  • Zusammenhang beachten: Die vier Sätze sind eng verbunden – Übergänge („attacca“) bewusst gestalten, keine langen Pausen.
  • Artikulation: Klarheit in Kontrasten: der erste Satz ruhig und weit, dann lebhaftes Scherzo, lyrisches Adagio, rasantes Finale.
  • Pedalgebrauch: Klassisch sparsam – Transparenz ist entscheidend.
  • Tempoarchitektur: Das Gesamtwerk ist kein reines Virtuosenstück, sondern eine Einheit – Tempoänderungen müssen organisch wirken.
  • Programmierung: Ideal als Teil eines romantisch-klassischen Sonatenabends, zeigt formale Innovation und charakterlichen Kontrast.

Evgenia Fölsche – Aufführung

Pianistin Evgenia Fölsche interpretiert diese Sonate mit Fokus auf formale Durchlässigkeit und Ausdrucksstärke: Sie betont die Fantasie-Dimension („Quasi una fantasia“) und modelliert die Übergänge fließend, sodass die Sonate als ein großer Bogen-Gedanke klingt.

FAQ – Beethoven: Sonate Op. 27 Nr.1

Klicken Sie auf eine Frage, um die Antwort zu sehen.

Warum trägt die Sonate den Titel „Quasi una fantasia“?

Beethoven wollte die traditionelle Sonatenform lockern – die Bewegungen sind verbunden, die Satzfolge untypisch, die Form fantasieähnlich. :contentReference[oaicite:13]{index=13}

Wie lange dauert die Sonate?

Etwa 15 Minuten, abhängig vom Tempo und Wiederholungen. :contentReference[oaicite:14]{index=14}

Für welches Niveau ist die Sonate geeignet?

Für fortgeschrittene Pianist:innen: technische Anforderungen sind moderat, die interpretatorischen Herausforderungen (Form, Zusammenhang, Übergänge) jedoch hoch.

Welche Ausgabe empfehle ich?

Urtext-Ausgaben (z. B. Henle, Bärenreiter) – auf „attacca“-Angaben und dynamische Zeichen achten.

Quellenverzeichnis

  1. IMSLP – Piano Sonata No. 13 in E♭ major, Op. 27 No. 1 (Beethoven). :contentReference[oaicite:15]{index=15}
  2. Wikipedia – „Piano Sonata No. 13 (Beethoven)“ (Übersicht Form & Historie). :contentReference[oaicite:16]{index=16}
  3. „Beethoven Piano Sonatas: A Short Companion“ – Charles Rosen. (siehe Sekundärliteratur)