Wolfgang Amadeus Mozart Klaviersonate Nr. 10 KV 330

Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviersonate Nr. 10 in C-Dur, KV 330 (300h) entstand um 1783 in Wien und markiert den Beginn einer neuen Werkphase: Lyrik und Natürlichkeit treten in den Vordergrund, Virtuosität bleibt stilvoll integriert. Das Werk steht exemplarisch für Mozarts „klassisches Ideal“ – ein Gleichgewicht von Form, Gefühl und klanglicher Leichtigkeit.

Werkdaten & Überblick

  • Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
  • Titel: Klaviersonate Nr. 10 in C-Dur, KV 330 (300h)
  • Entstehung: ca. 1783 (Wien oder Salzburg)
  • Sätze: 3 – Allegro moderato · Andante cantabile · Allegretto
  • Dauer: ca. 15 – 17 Minuten
  • Widmung: unbekannt; möglicherweise an eine Schülerin (z. B. Barbara Ployer)

Die Sonate KV 330 gehört zu den bekanntesten Klavierwerken Mozarts. Ihr freundlicher Ton und die feine Balance zwischen Virtuosität und Ausdruck machen sie zu einem häufig gespielten Repertoirestück für Unterricht und Konzert.

Analyse & Form

I. Allegro moderato (C-Dur)

Sonatenform. Das Hauptthema: sanglich, symmetrisch und leicht federnd. Das Seitenthema (G-Dur) zeigt typische Mozartsche Dialogik zwischen Ober- und Mittelstimme. In der Durchführung erscheinen Sequenzen und kleine Imitationen, bevor die Reprise mit zarter Variation zurückkehrt.

II. Andante cantabile (F-Dur)

Liedhafte Dreiteiligkeit (A–B–A’). Der Mittelsatz atmet innige Ruhe: Ein wiegender 6/8-Takt, reich verzierte Melodie und behutsam modulierte Mittelpartie (nach Moll). Ausdruckspunkt ist die Balance aus Wärme, Einfachheit und klanglicher Reinheit.

III. Allegretto (C-Dur)

Rondo (A–B–A–C–A + Coda). Tänzerische Eleganz und humorvolle Einwürfe wechseln sich ab. Der C-Teil bringt kontrastierende Energie, ohne das Maß zu verlieren. Die Schluss-Coda bekräftigt die Leichtigkeit und heitere Contenance des Ganzen.

Interpretation & Spielpraxis

  • Klangideal: hell, durchsichtig, gesanglich – kein übermäßiger Anschlag.
  • Artikulation: klare Phrasierung mit federndem Non-Legato; dynamische Abstufung innerhalb der Linie.
  • Rubato: klassisch dezent, der Puls bleibt stets fühlbar.
  • Pedal: sparsam, punktuell zur Klangstütze; bei modernen Flügeln minimaler Einsatz.
  • Verzierung (II): Ornamentik aus dem Fluss der Melodie, nicht ornamental-virtuos.

Evgenia Fölsche – Aufführung

Evgenia Fölsche interpretiert KV 330 mit einem Fokus auf klassischer Balance: sprechende Artikulation, schwebende Leichtigkeit und atmende Linien. Ihr Ansatz legt den Schwerpunkt auf Mozarts dialogisches Prinzip zwischen rechter und linker Hand – Klang als Konversation.

FAQ – Mozart: Klaviersonate Nr. 10, KV 330

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Wann entstand die Sonate KV 330?

Vermutlich 1783 in Wien oder Salzburg – in Mozarts sogenannter „Wiener Periode“, zeitgleich mit KV 331 und KV 332.

Wie schwer ist die Sonate?

Technisch mittelschwer: erfordert saubere Artikulation, feines Klangbewusstsein und stabile Geläufigkeit; ideal für fortgeschrittene Pianist:innen.

Gibt es eine authentische Quellenlage?

Ja. Der Autograph ist verschollen, doch frühe Erstdrucke (Artaria 1784) gelten als zuverlässig. Urtextausgaben (Bärenreiter, Henle) basieren auf diesen.

Warum gilt KV 330 als Einstiegssonate?

Sie verbindet technische Zugänglichkeit mit musikalischer Tiefe: ideal für Unterricht, Wettbewerb und Konzert, ohne oberflächliche Virtuosität.

Quellenverzeichnis

  1. Neue Mozart-Ausgabe (NMA) – Serie IX/25: Klaviersonaten, kritischer Bericht zu KV 330.
  2. Grove Music Online – Artikel „Mozart, Wolfgang Amadeus: Keyboard Sonatas“.
  3. IMSLP – Piano Sonata in C major, K. 330 (Erstdrucke, Vergleich der Quellen).