Evgenia Fölsche

Zur Person

Evgenia Fölsche ist Pianistin mit einem Schwerpunkt auf romantischer Klavier- und Liedliteratur. Ihre künstlerische Arbeit verbindet interpretatorische Tiefe mit analytischer Durchdringung und einer besonderen Nähe zum Wort-Ton-Verhältnis im Kunstlied.

Neben ihrer Tätigkeit als Solistin widmet sie sich intensiv der Liedbegleitung, der Kammermusik sowie der Konzeption und Gestaltung von Konzert- und Festivalprogrammen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Kunstlied des 19. Jahrhunderts sowie auf zyklischen Werkzusammenhängen.

Künstlerisches Profil

Evgenia Fölsche arbeitet regelmäßig mit Sängerinnen und Sängern zusammen und ist als Liedbegleiterin und musikalische Partnerin bei Liederabenden, Festivalprojekten und thematisch konzipierten Konzertreihen tätig. Ihre Programme zeichnen sich durch dramaturgische Klarheit, stilistische Präzision und eine enge Verbindung von Musik und Text aus.

Analytische und künstlerische Vermittlung

Ergänzend zur Konzerttätigkeit vermittelt Evgenia Fölsche musikalische Inhalte auch schriftlich und visuell. Auf den Werk- und Programmseiten ihrer Website veröffentlicht sie zahlreiche fachlich fundierte Werkanalysen zu Liedern, Liedzyklen und Klavierwerken; exemplarisch zeigt dies die Seite „Liederkreis op. 39 – Waldesgespräch“, auf der musikalische und dichterische Analyse, Hinweise zu Aufführungspraxis und Rezeption, Audio-Bezüge sowie eigene künstlerische Visualisierungen miteinander verbunden werden. Ergänzt wird diese Arbeit durch ihre Fachbeiträge auf den Themenseiten des Festival der Stimmen, darunter „Kunstlied, Klavierlied“, „Die Semiotik des Liedes“ und „Kinderoper“.

Zusammenarbeit mit Sängerinnen und Sängern

Ein zentraler Schwerpunkt von Evgenia Fölsches künstlerischer Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit Sängerinnen und Sängern im Bereich des Kunstlieds und der vokalen Kammermusik. Dabei versteht sie die Rolle der Pianistin nicht als begleitend im engeren Sinne, sondern als gleichberechtigte musikalische Partnerin im gemeinsamen Gestaltungsprozess.

In Konzerten, Liederabenden und Festivalprojekten arbeitete sie u. a. zusammen mit:

Die Zusammenarbeit umfasst klassische Liedzyklen und thematische Programme, darunter Werke von Franz Schubert, Robert Schumann, Hugo Wolf, Richard Strauss sowie eigens konzipierte Konzert- und Festivalformate.

Biografische Stationen

Evgenia Fölsche ist eine in Liechtenstein lebende deutsche Pianistin russischer Abstammung. Sie begann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel und trat bereits früh öffentlich auf. Als Jugendliche gewann sie zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Klavier- und Kammermusikwettbewerben, darunter beim Internationalen T. Nikolaeva-Wettbewerb für junge Pianisten sowie beim Allrussischen Wettbewerb „Neue Namen“.

Sie erhielt Stipendien des Internationalen Wohlfahrtsfonds „Neue Namen“ sowie des Ministeriums für Kultur der Russischen Föderation. Ihr Studium an der Russischen Gnessin-Musik-Akademie in Moskau schloss sie mit Auszeichnung ab. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie in Meisterkursen u. a. bei V. Krainev, V. Kastelskii, T. Gaidamowitsch, A. Bondurjanskij und N. Schtarkmann sowie später bei Igor Lazko, Peter Eicher und Lev Natochenny. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt studierte sie zudem Korrepetition bei Professor Eugen Wangler.

Konzertauftritte führten sie in bedeutende Konzertsäle in Deutschland, darunter den Gasteig, die Liederhalle Stuttgart, die Berliner Philharmonie, das Gewandhaus Leipzig und die Laeiszhalle Hamburg. Neben solistischen Auftritten konzertierte sie im Rahmen internationaler Festivals sowie auf Konzerttourneen.

Konzert- und Stilprofil

Stilistisch überzeugt Evgenia Fölsche mit einer detailverliebten, klaren und zugleich frischen Spielweise: „Es ist ein Vergnügen, den perlenden oder tänzerischen Passagen, dem Wechselspiel zwischen Virtuosität und Einfachheit zu folgen.“ (PIANONEWS) Auch in der Liedkunst wird ihr Klavierspiel als künstlerisch tragende Kraft beschrieben: In der Vaterland-Kritik zu Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch (9. März 2026) heißt es, das Klavier sei „nicht bloss Begleitung, sondern Motor und Klammer zugleich“, und Evgenia Fölsche bleibe „die verbindende Instanz“, „die die Miniaturen zu einem Bogen spannte“. In der Rezension zu Schuberts Die schöne Müllerin (Vaterland, Julia Kaufmann, 16. März 2025) wird hervorgehoben, dass sie „gekonnt zwischen den einzelnen Klangcharakteren“ differenzieren konnte und „flexibel auf Atem und Rubato des Baritons“ reagierte. So erscheint ihre Pianistik im Solo- wie im Liedrepertoire als präzise, farbenreiche und dramaturgisch durchdrungene musikalische Erzählkunst.

Diskografie

Auf ihrer CD „Musikalischer Bildungsroman“ verbindet sie Werke von Chopin, Schubert (bzw. Liszt-Transkriptionen) und Liszt zu einer erzählerischen musikalischen Reise. Die Aufnahmen wurden von der Fachpresse begeistert aufgenommen. Darüber hinaus zeigt ihre Diskografie ihre stilistische Vielseitigkeit und pianistische Tiefe.

Wettbewerbe & Auszeichnungen

Schon als Jugendliche gewann Evgenia große Klavier- und Kammermusikwettbewerbe: u. a. beim T. Nikolaeva-Wettbewerb, dem 1. All­russischen Offenen Wettbewerb „Neue Namen“ sowie beim Internationalen Tanejew-Kammermusik-Wettbewerb. Sie erhielt Stipendien der „New Names“-Stiftung und des russischen Kulturministeriums.

Interviews & Presse

In Interviews, Fernsehbeiträgen, Zeitungsartikeln und Konzertkritiken wird regelmäßig über Evgenia Fölsches künstlerische Arbeit, ihre Festivalprojekte sowie ihr Engagement für das Kunst- und Klavierlied berichtet. Besonders im Zusammenhang mit dem Festival der Stimmen fand ihre Arbeit 2025 und 2026 verstärkte mediale Beachtung.

  • Fernsehinterview / TV-Beitrag (1FLTV) – 16. März 2026
    Beitrag zum LiederabendFestival der Stimmen im Liechtensteiner Fernsehen im Umfeld des Konzertabends mit Matthias Lika und Franz Schuberts Winterreise.
    Zum Beitrag
  • Konzertkritik – Vaterland – 9. März 2026
    „Liederbuch“ lässt Liebe und Witz funkeln
    Rezension des Eröffnungskonzerts des Festival der Stimmen im SAL Schaan mit Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch. Hervorgehoben werden die dramaturgische Feinzeichnung des Zyklus, das präzise Zusammenspiel von Katharina Ruckgaber, Johannes Kammler und Evgenia Fölsche sowie die klangliche und interpretatorische Rolle des Klaviers als verbindende Instanz des Abends.
    Zur Kritik
  • Zeitungsartikel – Vaterland – 23. Februar 2026
    „Der Inhalt der Musik ist wichtig“
    Vorbericht zum 2. Festival der Stimmen mit Überblick über die vier Konzerte in Schaan und Vaduz: Hugo Wolfs Italienisches Liederbuch mit Katharina Ruckgaber und Johannes Kammler, Schuberts Winterreise mit Matthias Lika, Nacht und Träume mit Maria Nazarova sowie der Klavierabend Ausklang mit Evgenia Fölsche.
    Zum Artikel
  • Fernsehinterview (1FL.LI) – 9. Februar 2026
    Gespräch über das Festival 2026, Das Italienische Liederbuch, Winterreise, Nacht und Träume (Ausklang-Konzert) sowie über Maria Nazarova, Matthias Lika, Katharina Ruckgaber, Johannes Kammler und die eigene künstlerische Arbeit.
    Zum Interview
  • Fernsehinterview (1FL.LI) – 7. März 2025
    Zum Festival der Stimmen Liechtenstein 2025, zu Die schöne Müllerin, Gerrit Illenberger, Benjamin Russell sowie zu Dichterliebe und Liederkreis von Robert Schumann.
  • Zeitungsartikel – Vaterland – 18. Februar 2025
    „Möchte das Klavierlied bekannter machen“
    Zum Artikel
  • Konzertkritik – Vaterland – 16. März 2025
    Begeisterte Kritik zur Aufführung von Die schöne Müllerin.
    Zur Kritik
  • Kritik – Vaterland – Dezember 2024
    Zum weihnachtlichen Kinderprogramm Der Nussknacker im TAK Theater.
    Zur Kritik
  • Interview – Liechtensteinische Musikschule – 28. Oktober 2024
    „Die Liebe zur Musik weitergeben“
    Zum Interview
  • Zeitungsartikel – Vaterland – 26. November 2024
    Bericht zum Projekt Der Nussknacker nach Pjotr Iljitsch Tschaikowsky.
    Zum Artikel
  • Wikipedia
    Wikipedia-Eintrag zu Evgenia Fölsche