Franz Schubert: Klaviersonaten
Franz Schubert – Klaviersonaten stellen eine zentrale Säule seines Klavierschaffens dar: Von den frühen Jugendwerken über die mittleren Sonaten bis hin zu den großen, späten Meisterwerken spannt sich ein umfassender Bogen. Diese Übersichtsseite bietet eine thematische Gliederung, Hinweise zur Einordnung, sowie direkte Links zu ausgewählten Einzelartikeln – insbesondere zu den letzten drei Sonaten, die Schubert kurz vor seinem Tod komponierte.
Gliederung der Sonaten
Die Klaviersonaten Schuberts lassen sich grob in drei Abschnitte einteilen:
- Frühe Sonaten (bis ca. 1818): Experimentier- und Studienwerke, z. B. D 157, D 279, D 459.
- Mittlere Sonaten (ca. 1819–1824): Reife Form- und Klangsprache, z. B. D 664, D 784.
- Späte Sonaten (1828): Monumentale Werke mit großer formaler Freiheit und emotionaler Tiefe – insbesondere D 958, D 959, D 960.
Eine frühere Sonate, die bereits auf höhere Weite hinweist: Sonate Nr. 7 in A-Moll, D 537.
Entwicklung & Stil
Schuberts Klaviersonaten durchlaufen eine bemerkenswerte stilistische Entwicklung: Von klassischen Strukturen mit leichtem romantischen Einschlag hin zu tiefgründigen, lyrischen Klangräumen. Besonders markant sind dabei:
- Stärkere Liedhaftigkeit: Melodie wird zur tragenden Kraft.
- Harmonische Erweiterung: ungewöhnliche Modulationen, Terzverschiebungen, chromatische Wendungen.
- Formale Freiheit: neben klassische Sonatenstruktur treten Episoden, Variationselemente, Rückbezüge auf.
- Emotionaler Tiefgang: Frühwerke wirken leicht und klar, Spätwerke dagegen tiefgründig, reflexiv und oft von Abschiedsstimmung geprägt.
Die letzten drei Sonaten (D 958–960)
Die drei Sonaten D 958, D 959 und D 960 aus dem September 1828 gelten als Höhepunkt von Schuberts Klaviermusik. Sie zeigen eine beeindruckende Synthese aus formaler Tiefe, technischer Meisterschaft und poetischer Weite.
Diese Sonaten lassen sich durchaus im Vergleich betrachten: D 958 mit dramatischer Tiefe, D 959 mit lyrischer Kraft, D 960 mit transzendenter Ruhe.
Häufige Fragen zur Schubert-Sonatenübersicht
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Wie viele Klaviersonaten hat Schubert geschrieben?
Schubert hinterließ zahlreiche Skizzen und vollendete Sonaten; die gängige Zählung umfasst etwa 21 vollendete Sonaten (z. B. inklusive D 537, D 664, D 784, D 850, D 958-960). Die genaue Anzahl variiert je nach Edition.
Welche Sonate eignet sich als Einstieg?
Für Einstieg bietet sich eine mittlere Sonate wie D 664 (A-Dur) an – zugänglicher als die späten Werke und bereits mit klarem Klangprofil. Wer schon Erfahrung hat, kann mit den letzten drei Sonaten tiefer eindringen.
Wie programmiert man ein Konzert mit mehreren Sonaten?
Eine ausgewogene Programmierung könnte sein: eine frühere oder mittlere Sonate + eine der späten Sonaten. So zeigt man Entwicklung und Vielfalt. Dauer und Tonart sollten sinnvoll kombiniert werden.
Quellenverzeichnis
- Neue Schubert-Ausgabe – Serie VII, Bände 1–2: Kritische Edition der Klaviersonaten.
- James Webster: Schubert’s Sonatas and the Sonata Form, Cambridge 2000.
- Grove Music Online – Artikel „Schubert, Franz – Piano Sonatas“.