Hugo Wolf: Das italienische Liederbuch
- Das italienische Liederbuch – Auch kleine Dinge können uns entzücken
- Das italienische Liederbuch I – Mir ward gesagt, du reisest in die Ferne
- Das italienische Liederbuch I – Ihr seid die Allerschönste
- Das italienische Liederbuch I – Gesegnet sei, durch den die Welt entstund
- Das italienische Liederbuch I – Selig ihr Blinden
- Das italienische Liederbuch I – Wer rief dich denn?
- Das italienische Liederbuch I – Der Mond hat eine schwere Klag’ erhoben
- Das italienische Liederbuch I – Nun laß uns Frieden schließen
- Das italienische Liederbuch I – Daß doch gemalt all’ deine Reize wären
- Das italienische Liederbuch I – Du denkst, mit einem Fädchen mich zu fangen
- Das italienische Liederbuch I – Wie lange schon war immer mein Verlangen
- Das italienische Liederbuch I – Nein, junger Herr!
- Das italienische Liederbuch I – Hoffärtig seid ihr, schönes Kind
- Das italienische Liederbuch I – Geselle, woll’n wir uns in Kutten hüllen
- Das italienische Liederbuch I – Mein Liebster ist so klein
- Das italienische Liederbuch I – Ihr jungen Leute
- Das italienische Liederbuch I – Und willst du deinen Liebsten sterben sehen
- Das italienische Liederbuch I – Heb’ auf dein blondes Haupt
- Das italienische Liederbuch I – Wir haben beide lange Zeit geschwiegen
- Das italienische Liederbuch I – Mein Liebster singt am Haus
- Das italienische Liederbuch I – Man sagt mir, deine Mutter woll’ es nicht
- Das italienische Liederbuch I – Ein Ständchen Euch zu bringen
- Das italienische Liederbuch II – Was für ein Lied soll dir gesungen werden?
- Das italienische Liederbuch II – Ich esse nun mein Brot nicht trocken mehr
- Das italienische Liederbuch II – Mein Liebster hat zu Tische mich geladen
- Das italienische Liederbuch II – Ich ließ mir sagen
- Das italienische Liederbuch II – Schon streckt’ ich aus im Bett die müden Glieder
- Das italienische Liederbuch II – Du sagst mir, daß ich keine Fürstin sei
- Das italienische Liederbuch II – Wohl kenn’ ich Euern Stand
- Das italienische Liederbuch II – Laß sie nur gehn!
- Das italienische Liederbuch II – Wie soll ich fröhlich sein?
- Das italienische Liederbuch II – Was soll der Zorn, mein Schatz?
- Das italienische Liederbuch II – Sterb’ ich, so hüllt in Blumen meine Glieder
- Das italienische Liederbuch II – Und steht Ihr früh am Morgen auf vom Bette
- Das italienische Liederbuch II – Benedeit die sel’ge Mutter
- Das italienische Liederbuch II – Wenn du, mein Liebster, steigst zum Himmel auf
- Das italienische Liederbuch II – Wie viele Zeit verlor ich
- Das italienische Liederbuch II – Wenn du mich mit den Augen streifst
- Das italienische Liederbuch II – Heut’ Nacht erhob ich mich
- Das italienische Liederbuch II – O wär’ dein Haus durchsichtig wie ein Glas
- Das italienische Liederbuch II – Gesegnet sei das Grün!
- Das italienische Liederbuch II – Nicht länger kann ich singen
- Das italienische Liederbuch II – Schweig einmal still!
- Das italienische Liederbuch II – O wüßtest du, wieviel ich deinetwegen
- Das italienische Liederbuch II – Ich hab’ in Penna einen Liebsten wohnen
- Das italienische Liederbuch II – Verschling’ der Abgrund meines Liebsten Hütte
Hugo Wolf: Das italienische Liederbuch vereint in zwei Heften (I: 1890/91, II: 1896) knapp vierzig Miniaturen nach deutschen Nachdichtungen italienischer Volkslieder von Paul Heyse und Emanuel Geibel. Der Zyklus ist ein Labor für „Psychologie im Kleinen“: witzig, innig, giftig, sanft – stets textnah, sprechbetont und kammermusikalisch. Diese Übersichtsseite bündelt Entstehung, Poetik und Aufführungspraxis – und verlinkt zu allen Einzelartikeln der Website.
Inhaltsverzeichnis
Werkportrait
Das Italienische Liederbuch ist kein Erzählzyklus im linearen Sinn, sondern ein Kaleidoskop: Miniaturen von Liebe, Eifersucht, Spott, Sehnsucht und Versöhnung. Wolf hört den Text „mit dem Mikroskop“ – jede Silbe, jede Interpunktion hat musikalische Folgen. Typisch sind syllabische Deklamation, präzise Mikrodynamik, bewegte, doch unemphatische Cantabilen und farbige, häufig chromatisch getönte Harmonik mit blitzschnellen semantischen Wendungen.
- Besetzung: Singstimme und Klavier (Transpositionen üblich)
- Umfang: Zwei Hefte (Heft I 1890/91, Heft II 1896)
- Dauer im Konzert: flexibel (Einzelgruppen oder gesamte Hefte)
Entstehung & Quellen
Wolf komponierte Heft I in einer Phase dichter Produktivität (1890/91) – hell, pointiert, oft witzig –, Heft II (1896) wirkt reifer, dunkler koloriert, psychologisch konzentrierter. Textbasis sind Heyses und Geibels Nachdichtungen italienischer Volkslieder: bewusst schlank in Bild und Syntax – ideale Spielflächen für Wolfs sprechnahe Musiksprache.
Dramaturgie, Themen & Figuren
Das Geflecht entsteht aus Kontrasten und Spiegelungen: „Preis & Abwehr“, „Witz & Ernst“, „Nähe & Distanz“. Wiederkehrende Topoi:
- Serenade & Nacht (Lauschen, Leuchten, Still-Kantilenen)
- Schalk & Satire (gesellschaftliche Spitzen, Rollenwitz)
- Innigkeit (Bitte, Trost, Versöhnung – meist ohne Pathos)
- Eifersucht & Gerücht (Personifikationen, z. B. Mond als „Weltblick“)
Aufführungspraxis
Klangideal: Text vor Ton. Grunddynamik p–mp, Akzente semantisch, nicht „darstellerisch laut“. Das Klavier agiert als atmender Partner: Binnenstimmen klar, Pedal differenziert. Humor entsteht aus Trockenheit und Timing; Innigkeit aus Atem und Vokalführung – nicht aus Volumen.
- Agogik: elastisch, sprechnah; Pausen sind „Textzeichen“.
- Farbe: hell bis gedeckt; Chromatik trägt Bedeutung, nicht Effekt.
- Disposition: Gruppen dramaturgisch kuratieren (Kontrast & Fluss).
Heft I – ausgewählte Lieder (mit Links)
- Auch kleine Dinge können uns entzücken
- Mir ward gesagt, du reisest in die Ferne
- Ihr seid die Allerschönste
- Selig ihr Blinden
- Wer rief dich denn?
- Der Mond hat eine schwere Klag’ erhoben
- Nun lass uns Frieden schließen
- Dass doch gemalt all deine Reize wären
- Du denkst, mit einem Fädchen mich zu fangen
- Mein Liebster singt am Haus
- Ein Ständchen Euch zu bringen
- Man sagt mir, deine Mutter woll’ es nicht
Tipp: Die vollständige Linkliste findet sich im Seitenmenü oben auf dieser Übersichtsseite.
Heft II – ausgewählte Lieder (mit Links)
- Was für ein Lied soll dir gesungen werden?
- Ich esse nun mein Brot nicht trocken mehr
- Mein Liebster hat zu Tische mich geladen
- Ich ließ mir sagen
- Schon streckt’ ich aus im Bett die müden Glieder
- Du sagst mir, dass ich keine Fürstin sei
- Wohl kenn’ ich Euern Stand
- Lass sie nur gehn!
- Wie soll ich fröhlich sein?
- Was soll der Zorn, mein Schatz?
- Verschling’ der Abgrund meines Liebsten Hütte
Programmhinweise & Kombinationen
- Eröffnen mit: „Auch kleine Dinge können uns entzücken“ – Poetik des Maßes.
- Kontrastblöcke: Witz (z. B. „Du denkst, mit einem Fädchen …“) ↔ Innigkeit (z. B. „Mir ward gesagt …“).
- Nachtfenster: „Der Mond hat eine schwere Klag’ erhoben“, „Mein Liebster singt am Haus“ – sotto voce bündeln.
- Finale (leise): Eine schlichte Versöhnungsminiatur („Nun lass uns Frieden schließen“) statt „Krone“.
Evgenia Fölsche – Aufführungen & Audio
Pianistin Evgenia Fölsche akzentuiert die Wort-Musik-Balance: Text vorn, elastischer Atem, farbige Transparenz im Klavier. Im Konzert werden Blöcke dramaturgisch kombiniert; innige Stücke erhalten „Raum“ durch Stille und Nachklang.
Hörbeispiel: Audio/Video-Link hier ergänzen
Häufige Fragen zum Italienischen Liederbuch
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Ist das Italienische Liederbuch ein „Zyklus“ im engeren Sinn?
Eher ein Sammlungs-Zyklus: kein durchgehendes Narrativ, sondern fein kuratierte Miniaturen. Dramaturgie entsteht durch Gruppierung und Kontraste.
Welche Ausgabe/Stimmlage ist geeignet?
Es existieren Transpositionen für alle Lagen. Entscheidend sind Textpräzision, Beweglichkeit der Sprache und kammermusikalische Balance.
Wie viel Rubato ist stilistisch angemessen?
Sprechnähe vor „Schwung“. Rubato dient der Semantik (Punktuation, Sinnwörter) – nicht der Emphase.
Kann man beide Hefte an einem Abend singen?
Ja – mit kluger Dramaturgie (Pausen, Blöcke, Licht/Schattierungen). Häufig werden jedoch 12–18 Lieder kuratiert.